Initiative für
Wissenschaftliche Medizin

Verdauungstag im Rathaus und ein dazugehörendes Interview mit einem Homöopathen in einer Zeitschrift

Scheinmedizinverfahren für das Publikum, ein Universitätsprofessor zitiert einen Artikel als wissenschaftliche Forschung, der von den Herausgebern nicht auftreibbar ist.

Am 5. Mai 2017 fand im Wiener Rathaus der 1. Wiener Verdauungstag: Magen, Leber, Darm und Co. statt. Es gab eine Publikumsveranstaltung und eine ärztliche Fortbildungsveranstaltung, veranstaltet von "Springer Medizin".

Im Programm für das Publikum fand man begrüßenswerterweise viele seriöse Vorträge, jedoch auch diese Themen über medizinische Methoden, deren spezifische Wirksamkeit wissenschaftlich nicht erwiesen ist:

  • Homöopathie bei Magen-, Darm- und Lebererkrankungen
  • Traditionelle Tibetische Medizin bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Der Reizdarm in der Traditionellen Chinesischen Medizin
  • Ayurveda: 5.000 Jahre indische Heilkunst

Unter Hinweis auf diesen Verdauungstag im Wiener Rathaus erschien auch in der Publikation "Ärzte Woche" Nr. 11, Donnerstag, 16. März 2017, Spezial.Komplementärmedizin, Seite 44, verlegt von Springer Medizin, ein Interview mit einem Universitätsprofessor der Medizinischen Universität Wien, Prof. Dr. Michael Frass unter Hinweis auf einen vom Verleger aber dann nicht auftreibbaren "wissenschaftlichen" Artikel. Mehr darüber hier.

Auf diesem Verdauungstag wurden dem Publikum in der kommerziellen Ausstellung auch verschiedene Methoden zur Diagnostik von Krankheiten angeboten, unter anderem gegen Bezahlung von einigen Euros eine fragwürdige Untersuchung auf Lebensmittelunverträglichkeiten mittels "Energiemessung an 2 Punkten der Hände". Mehr darüber hier.

Fazit:

  • Das Wiener Rathaus gibt seine Räumlichkeiten dafür her, daß neben seriöser Information auch Werbung für Scheinmedizin betrieben wird.
  • Das Wiener Rathaus gibt seine Räumlichkeiten dafür her, daß dem Laienpublikum medizinisch nutzlose teure Untersuchungen aufgeschwatzt werden sollen.
  • Ein Universitätsprofessor der Medizinischen Universität Wien bewirbt in einem Interview ein scheinmedizinisches Verfahren mit einer angeblich "wissenschaftlichen Studie", die sich bei näherem Hinsehen in Luft auflöst.