Initiative für
Wissenschaftliche Medizin

Homöopathie bei Lungenkrebs - Update 4 - Homöopathen wollen ÖAWI klagen

Die österreichischen homöopathischen Ärztevereinigungen haben nun auf ihren Websites Stellungnahmen zu den Schlussfolgerungen der ÖAWI über die Homöopathie-Lungenkrebsstudie veröffentlicht. Sachlich nichts Neues.

Auf der Website der ÄKH dort auch als PDF.

Auf der Website der ÖGHM.

Die zentrale neue Botschaft:

.....Die StudienautorInnen weisen die Vorwürfe der Datenfälschung und Datenmanipulation aufs Schärfste zurück. Sie haben die ÖAWI nachdrücklich zu einer Anhörung zu den Anschuldigungen im Abschlussbericht aufgefordert. Sollte diese die unwahren Vorwürfe nicht freiwillig zurückziehen, wird dies auf dem Rechtsweg durchgesetzt werden.
.....

Wird tatsächlich erwartet, dass ein Gericht entscheidet, ob die Befunde der ÖAWI richtig oder falsch sind? Soll ein Gericht entscheiden, was wissenschaftliche Organisationen über Wissenschaft entscheiden?

 

Hätte die ÖAWI schon während ihrer Prüfung kommuniziert, hätten Unklarheiten und Missverständnisse ausgeräumt und die Vorwürfe und Anschuldigungen rechtzeitig entkräftet werden können.

Im Jahr 2021 kommunizierten wir unsere Kritik allen Autoren und Autorinnen der Studie. Während mehr als einem Jahr erhielten wir keinerlei Antwort. Es war also genügend Zeit, zu unserer Kritik Stellung zu nehmen, auch wenn sie nur "von privater Seite" kam. Rektorat und Ethikkommission der Meduniwien regierten sofort und bedankten sich für unsere Hinweise.

 

......Zudem ist es unverständlich und widerspricht den Kriterien einer – insbesondere wissenschaftlichen – Prüfung, keine Fachexperten (Onkologen) zugezogen zu haben und den StudienautorInnen keine Möglichkeit zur Entkräftung potentieller Kritikpunkte und Anschuldigungen eingeräumt zu haben.....

Um die von uns und der ÖAWI veröffentlichten Beobachtungen zu machen, braucht man keine onkologische Expertise.

 

Objektive und sachliche Prüfung durch wissenschaftliche Gutachten vor Veröffentlichung im medizinischen Fachjournal „The Oncologist“

So hätte es sein sollen, war es aber nicht. Sonst hätte ein gutes Journal nicht kritik- und kommentarlos etwas veröffentlicht, was das Neuschreiben von vielen wissenschaftlichen Lehrbüchern als Konsequenz hätte.

 

Fazit:
Argumente, die die Befunde der ÖAWI entkräften könnten, werden nicht gebracht.
Das Verhalten erinnert an die verzweifelten Versuche des Homöopathika-herstellers Hevert, der gerichtlich durchsetzen wollte, dass der Stand der medizinischen Wissenschaft bezüglich Homöopathie nicht öffentlich ausgesprochen werden darf und damit genau das Gegenteil erreichte.

P.S. Was manche der Studienautoren nicht zu wissen scheinen - 4 Koautoren haben nach Erscheinen des ÖAWI Statements schon ihre Koautorenschaft zurückgezogen.