Scheinmedizin boomt
Scheinmedizin erobert immer mehr Randbereiche des Gesundheitswesens mit rasant steigenden Umsätzen. Auch ein Teil der Ärzteschaft ist an diesem Geschäft interessiert: Scheinmedizin füllt die Kassen der Anbieter.
Ärztekammern in Österreich legitimieren Scheinmedizin
So akkreditiert die Österreichische Akademie der Ärzte als Fortbildungsorganisation der Österreichischen Ärztekammer Kurse und verleiht Spezialdiplome für Diagnose- und Therapiemethoden, die medizinische Kenntnisse missachten (z.B. Anthroposophische Medizin: erklärt Krankheiten als Kampf zwischen „Ätherleib“,“ Astralleib“, „physischer Leib“ und „Ich-Organisation“), den Naturgesetzen widersprechen (z.B. das Prinzip der Homöopathie, dass die Verdünnung eines Stoffes seine Wirkung verstärkt), auf altem Aberglauben (z.B. das Prinzip Homöopathie, „Ähnliches heile Ähnliches“, hat sich nicht bestätigt) und irrigen Vorstellungen von Krankheiten und ihren Ursachen beruhen (z.B. unterliegt der Muskeltest der Applied Kinesiology dem Zufall und kann nachweislich nichts über Störungen aussagen.).
Nicht mehr als Placebowirkung
Viele Patienten verstehen das als Garantie für Seriösität und Wirksamkeit dieser Methoden, obwohl diese nicht mehr als Placeboeffekte erreichen können. Das kommt dem Wunschdenken vieler Patienten entgegen und nährt die falsche Hoffnung, dass solche oft als „sanft“ und „ganzheitlich“ bezeichnete Pseudomedizin tatsächlich heilen könnte. Die australische Gesundheitsbehörde (National Health and Medical Research Council NHMRC) hat z.B. homöopathische Therapie bei 68 Krankheiten untersucht und ist 2013 zum Schluss gekommen, dass sie nicht besser als Placebo wirkt. (Artikel als PDF laden)
Scheinmedizin nicht immer harmlos
Fälschlicherweise wird oft angenommen, daß Scheinmedizin immer harmlos sei. Patienten, die sich darauf verlassen, riskieren, dass eine ernste Erkrankung nicht erkannt und dringend notwendige Therapien verzögert oder ganz unterlassen werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass angebliche Krankheiten diagnostiziert und ohne Bedarf therapiert werden.
Durch Scheinmedizin sind Menschen zu Schaden und zu Tode gekommen, weil medizinisch notwendige Maßnahmen unterlassen wurden. Zum Beispiel durch Homöopathie (Artikel „Die Presse“). Auch kam es zu einigen Masernausbrüchen wegen Unterlassen des Impfens, wozu manche anthroposophische und homöopathisch tätige Mediziner raten (Artikel von H. Holzmann als PDF laden oder als lokale Datei).
In Zeiten der modernen Medizin, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und die von Jahr zu Jahr Fortschritte macht, sollte man nicht auf irrationale und antiquierte Methoden zurückgreifen.
Gesetzgeber fordert Wissenschaftlichkeit von Ärzten
Unsere Intention ist es nicht, dass die Ausübung z.B. der Homöpathie in irgendeiner Form behördlich verboten wird. Wir als kritische Ärzte und Wissenschafter fordern aber die Ärztekammern auf, nach ihren eigenen Statuten zu handeln und Ausbildung nur in wissenschaftlich bestätigten Methoden anzubieten. Vom Gesundheitsministerium erwarten wir wirksame Aktionen zur Eindämmung der Unterstützung der Scheinmedizin durch die Ärztekammern.
Sollten Sie als österreichische/r Arzt/Ärztin, Wissenschafter/in oder sonstige Unterstützer/in diese Initiative mit Ihrer Unterschrift unterstützen wollen, lesen Sie bitte den folgenden Text der Initiative und unterzeichnen Sie das beiliegende Formular.
Danke!
An dieser Stelle wollen wir uns bei Frau Dr. Krista Federspiel für Ihre wertvolle Mitarbeit bei der Erstellung des Texts und bei Herrn DI Dr. M. Quaritsch für die Erstellung der ersten Version der Website im Jahr 2014 bedanken.
Seit Herbst 2024 wird die Website von mir, Viktor Weisshäupl, allein betrieben.
Mein großer Dank geht an den Web- und SEO-Experten und Fotografen Axel Lauer, der die unbedingt notwendig gewordene Migration der Website auf ein anderes und aktuelles CMS durchführte.
