Initiative für
Wissenschaftliche Medizin

2014: Ursprung der Initiative für Wissenschaftliche Medizin

Warum diese Initiative ins Leben gerufen wurde

Im Frühjahr 2014 stieß Viktor Weisshäupl auf die Ankündigung einer Fortbildung der Ärztekammer Steiermark über die Anwendung von Homöopathie bei Multipler Sklerose, für die Diplomfortbildungspunkte vergeben wurden. Auch Theodor Much war der Meinung, daß die Anwendung von Scheinmedizin bei einer solchen schweren somatischen Erkrankung weder mit der von Ärzten im Ärztegesetz (§ 195c) und in der Kundmachung der ÖÄK vom 30.6.2014, § 1 und 2 geforderten Berücksichtigung der Wissenschaftlichkeit  in ihrer Arbeit noch mit der von der Arztakademie an sich selbst gestellten Forderung nach Wissenschaftlichkeit der akkredidierten Fortbildungen zu vereinen sei.

Beide wandten sich in getrennten E-Mails an den Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Artur Wechselberger, und ersuchten um Stellungnahme bezüglich dieser Förderung - und somit Aufwertung - der Scheinmedizin durch eine Ärztekammer. Sie forderten u.a., daß wissenschaftlich unhaltbare Scheinmedizin nicht weiterhin durch die Ärztekammern als Fortbildung angeboten werden sollte.

Viktor Weisshäupl erhielt als Antwort in einer E-Mail, daß man der Sache nachgehen werde. Danach hörte er nichts mehr in dieser Angelegenheit.

Theodor Much erhielt einen ausführlichen Antwortbrief von Dr. Wechselberger. Darin wurde erklärt, daß die Österreichische Ärztekammer keine alternativmedizinischen Methoden wissenschaftlich anerkenne. Weiters wurde erklärt, daß die Ärztekammer (u.a.) Diplome in Anthroposophischer Medizin, Applied Kinesiology, Chinesischer Diagnostik und Arzneitherapie, Homöopathie und Orthomolekularer Medizin ausstelle und daß ein zunehmendes Interesse an diesen Methoden bestehe. Dem käme die Standesvertretung mit qualitätsgesichteter Fortbildung nach.

Diesen Stand der Dinge, in dem einen Fall Schweigen, im anderen Fall die Erklärung, daß wissenschaftlich nicht anerkannte Scheinmedizinmethoden wissentlich als akkreditierte Fortbildungen angeboten werden, erlebten die beiden als höchst unzufriedenstellend. In der Meinung, daß sicher auch viele andere Kolleginnen und Kollegen, sowie Wissenschafterinnen und Wissenschafter ihre Meinungen teilen, beschlossen sie, eine Initiative für Wissenschaftliche Medizin zu starten und Unterstützerinnen und Unterstützer zu finden. Wie zu sehen ist, stößt diese Initiative auf positiven Widerhall bei vielen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen.